Vortragsabend 'Das Unrecht richten'

Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Umstände musste der Vortragsabend leider verschoben werden. Als Nachholtermin ist Donnerstag, der 24. Juni 2021 vorgesehen.

Am 20. November 2020 jährt sich der Beginn des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses zum 75. Mal. Wir nehmen den Jahrestag zum Anlass, um das Ereignis näher zu beleuchten, einen Bogen zum Auschwitz-Prozess zu spannen und  den Blick auf Robert Kempner und Fritz Bauer zu richten:

Der gebürtige Freiburger Kempner ist heute in Deutschland nahezu vergessen. Dies betrifft nicht nur sein Wirken vor 1933 und im Exil, sondern auch seine Rolle als stellvertretender Chefankläger in den Nürnberger Prozessen. Bauers Verdienste um die Aufarbeitung der NS-Verbrechen hingegen sind in den letzten Jahren wieder etwas stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Auch sein Wirken in der Weimarer Republik und in der Emigration jedoch ist heute unbekannt. Dass er aus Stuttgart stammte und was er dort tat, weiß selbst in Baden-Württemberg kaum noch jemand.

Die Biografien beider Männer bieten eindrucksvolle Beispiele demokratischen Wirkens in der Weimarer Republik und werfen zugleich Schlaglichter auf den doppelten Verfolgungsdruck, dem Demokraten jüdischer Herkunft bereits unmittelbar nach der Machtübergabe an die Nazis ausgesetzt waren. Die Nachkriegsprozesse, die sich mit ihren Namen verknüpfen, markieren den Weg vom Maßstäbe setzenden Kriegsverbrechertribunal der US-amerikanischen Besatzungsmacht zum späten Beginn einer eigenständigen Aufarbeitung durch bundesrepublikanische Behörden.

Im Rahmen der Veranstaltung soll die historische und tagesaktuelle Relevanz dieser Prozesse ebenso diskutiert werden wie die Frage, warum Kempner und Bauer so lange dem Vergessen anheimgestellt waren.

Mit Henrike Claussen, der Direktorin der Stiftung Forum Recht, und Prof. Dr. Sybille Steinbacher, der Leiterin des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt, haben wir ausgewiesene Kennerinnen der Nürnberger Prozesse und des Auschwitz-Prozesses als Referentinnen gewonnen. Als Impulsgeber sowie später als Mitdiskutant wird Generalbundes­anwalt Dr. Peter Frank einen Bogen in die Gegenwart spannen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und dem Landesarchiv Baden-Württemberg statt.

Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 3, 76133 Karlsruhe | Uhrzeit: 19.00 Uhr

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