'Auftakt zu Terror und Vernichtung'

Wenn von den Lagern des NS-Regimes die Rede ist, denken die meisten Menschen an Dachau, Buchenwald oder – allen voran – an Auschwitz. Das nationalsozialistische Unrecht begann jedoch nicht erst mit dem massenhaften Morden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, sondern schon unmittelbar nach der ‚Machtergreifung‘. Bereits in den ersten Lagern, die im Frühjahr 1933 eilig im gesamten Deutschen Reich errichtet wurden, waren fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt. Wer als ‚Schutzhäftling‘ in eines dieser Lager verschleppt wurde, war grenzenloser Willkür, Zwangsarbeit und psychischer wie physischer Drangsalierung ausgesetzt.

Am 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erinnern wir im Rahmen einer Gedenkstunde vor Ort an die Schicksale von Häftlingen, die in das frühe badische Konzentrationslager Kislau verschleppt wurden: Allen voran sei der Landes- und Reichspolitiker Ludwig Marum genannt, der 1934 in Kislau ermordet wurde. Darüber hinaus möchten wir die Menschen ins Bewusstsein rufen, die von Kislau aus in andere Lager ‚verschubt‘ wurden und dann wie der Zeuge Jehovas Josef Messmer dort zu Tode kamen oder wie der frühere KPD-Landtagsabgeordnete Stefan Heymann erst 1945 wieder die Freiheit erlangten. Ebenso möchten wir an Männer wie den kommunistischen Widerstandskämpfer Georg Lechleiter oder den rassistisch verfolgten Arthur Stern erinnern, die zwar aus Kislau freikamen, aber später erneut in die Fänge des Regimes gerieten.

Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel statt. Bitte richten Sie sich darauf ein, dass keine Sitzmöglichkeiten und keine Toiletten zur Verfügung stehen!

Ort: Bauplatz für den Lernort Kislau, Kislauer Weg, 76669 Bad Schönborn | Uhrzeit: 17.00 Uhr

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