Motion Comics zum badischen Widerstand

Motion Comics zum badischen Widerstand

Akte der Zivilcourage und des Widerstands vollzogen sich zumeist im Verborgenen. Diesen 'unsichtbaren' Teil der Geschichte machen wir sichtbar, indem wir ihn zeichnerisch visualisieren und jungen Menschen in einer einfachen, verständlichen Bildsprache vermitteln. In animierten und vertonten Bildergeschichten von rund vier Minuten Länge bereiten wir regionale Ereignisse der Jahre 1918 bis 1945 aus der historisch verbrieften oder fiktiven Ich-Perspektive von Protagonistinnen und Protagonisten des badischen Widerstands auf.

Die im Bereich 'Motion Comic' erfahrene Zeichnerin Katja Reichert sowie die Cutter Diana Tischler und Thilo Brethauer setzen Themen, die von uns als geeignet identifiziert wurden, anhand unserer Vorlagen und Hintergrundrecherchen um. In Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Tonstudio Comtune werden die Texte sodann von versierten Sprechern eingesprochen. 

Bislang haben wir sieben Motion Comics realisieren können: Aus der Sicht des Mannheimer Gewerkschaftsführers Jakob Trumpfheller setzen wir eine Prügelei im Mannheimer Bürgerausschuss zu Beginn des Jahres 1932 in Szene, und aus der Perspektive der Freiburger Journalistin Käthe Vordtriede schildern wir die Stürmung und Verwüstung ihrer Redaktion im März 1933. In einem weiteren Motion Comic beschreiben wir einen Akt wortlosen Widerstehens, der sich im Juni 1933 im südbadischen KZ Ankenbuck abspielte und seinen Initiator, den Kommunisten Kurt Hilbig, teuer zu stehen kam. Mit Eugen Kern kommt darüber hinaus ein 16-jähriger Fahrradkurier zu Wort, der 1933/34 unter großer Gefahr illegale Schriften von Mannheim nach Karlsruhe transportierte, und mit Heinz Bollinger stellen wir ein Freiburger Mitglied der 'Weißen Rose' vor, das 1943 nur knapp einem Todesurteil entging. Unser sechster Motion Comic handelt vom Ettlinger Stadtpfarrer Augustin Kast, der den Nationalsozialisten schon vor 1933 die Stirn bot und von ihnen deshalb aus der Stadt vertrieben wurde. Unser neuester Film wird aus der Perspektive des Heidelberger Statistikdozenten und Menschenrechtsaktivisten Emil Julius Gumbel erzählt. Dieser versuchte schon seit 1919 die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass die deutsche Justiz auf dem rechten Auge blind war.

Mittelfristig möchten wir noch viel mehr solcher animierter Bildergeschichten produzieren. Das freilich kostet Geld - nämlich bis zu 6.000 Euro pro Film. Momentan bemühen wir uns um die Finanzierung von Motion Comics über den Plankstädter Priester Franz Stattelmann, den Freiburger Zentrumspolitiker Joseph Wirth sowie über den Heidelberger Pfarrer Hermann Maas. Eine Übersicht über die schon verfügbaren sowie über die derzeit geplanten Motion Comics finden Sie hier

Unsere bereits fertiggestellten Motion Comics können Sie sich auf unserem Geschichtsportal 'Baden 1918 bis 1945' oder auf  YouTube anschauen.

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