Mobiles Lernlabor zum KZ Kislau

Als eine von 29 Einrichtungen in ganz Deutschland wird unser Verein ab 2020 Mittel aus dem mit rund sechs Millionen Euro ausgestatteten Bundesprogramm ‚Jugend erinnert‘ erhalten. Mit diesem Programm fördert die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien innovative und modellhafte Bildungsprojekte in NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren, die es jungen Menschen ermöglichen, sich vertieft mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und sie in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt zu setzen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe und dem Kreisjugendring Karlsruhe e. V. können wir auf dieser Grundlage ein mobiles Lernlabor entwickeln, das sich dezidiert an Jugendliche und junge Erwachsene wenden soll. Ausgehend von der Geschichte des 1933 errichteten Konzentrationslagers Kislau bei Bruchsal, soll es ihnen einen niederschwelligen Zugang zur aktiven Auseinandersetzung mit den Unterschieden zwischen Rechtsstaat und Unrechtsstaat, Demokratie und Diktatur eröffnen. Inspiriert ist die geplante Ausstellung durch das Jugendprojekt "Mensch, du hast Recht(e)" der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt a. M.

Mindestens zwei Jahre lang - von Anfang 2021 bis Ende 2022 - wird unser mit der Leitfrage „Wie viel Unrecht kann ich ertragen?“ überschriebene Lernlabor durch die Region wandern. Rund 2.000 junge Menschen sollen es in diesem Zeitraum genau dort nutzen können, wo sie ohnehin ihre Freizeit verbringen: in ihren Vereinen. Gleichaltrige aus den eigenen Reihen werden sie dabei anleiten und unterstützen. Damit wird das neue Mitmach-Angebot einen ersten Vorgeschmack auf die Vermittlungsmethoden geben, die auch am geplanten Lernort Kislau zum Einsatz kommen sollen: Interaktiv, dialogisch und auf Augenhöhe sollen dort über den Übergang von der Demokratie in die Diktatur 1933 hinaus viele weitere Facetten badischer Landesgeschichte der Jahre 1918 bis 1945 mit Gegenwartsfragen konfrontiert werden.

Zurück