Keine Bundes­förderung für den Lernort Kislau

Für die Errichtung eines Lernorts auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Kislau bei Bruchsal werden bis auf Weiteres keine Bundesmittel fließen: Wie die Beauftragte der Bundes­regie­rung für Kultur und Medien (BKM) der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und unserem Verein am 7. Dezember 2020 mitteilte, wurde unser Antrag auf Gewährung von Fördermitteln in Höhe von 750.000 Euro, die in die Realisierung eines Neubaus sowie einer interaktiven Ausstellung fließen sollten, abschlägig beschieden.

Im Begründungsschreiben der BKM heißt es, das zuständige Expertengremium habe das bürger­schaftliche Engagement und die Professionalität der Beteiligten gelobt, dem Projekt jedoch keine gesamt­staatliche Relevanz beigemessen. Angesichts der großen regionalen Bedeutung von Kislau als Erin­ne­rungsort liege es in erster Linie in der Verantwortung des Landes Baden-Württemberg, das Projekt Lernort Kislau zu unterstützen.

Das Land fördert unser Projekt seit drei Jahren institutionell. Darüber hinaus sind im Doppelhaushalt 2020/21 bis zu 750.000 Euro für die bauliche Umsetzung des Lernorts vorgesehen. Diese Mittel kommen allerdings nur in dem Maße zur Auszahlung, in dem unser Verein Mittel in mindes­tens gleicher Höhe für den Bau einwerben kann. Entsprechend große Hoffnungen hatten wir in den Bundesantrag gesetzt. Im Falle einer Bewilligung hätte der Lernort Kislau im Jahr 2022 seine Pforten für Besucher:innen öffnen können.

Schon seit seiner Gründung im Jahr 2012 bemüht sich unser Verein um die Schaffung einer zeitgemäßen Bildungsstätte in Kislau, an der die badische Demokratie- und Diktaturgeschichte der Jahre 1918 bis 1945 aufgearbeitet werden soll. Da die historischen Bestandsgebäude für Zwecke des Strafvollzugs genutzt werden, ist ein Neubau vor den Toren der Kislauer Schlossanlage die einzig mögliche Lösung, um vor Ort Vermittlungsarbeit leisten zu können. Dieses Ziel werden wir auch weiterhin fest im Blick behalten. Zugleich gilt es, die virtuellen und mobilen Angebote weiter auszubauen.

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