Gedenkstätten an Orten früher KZ tagten in Neustadt

Vom 2. bis 4. März 2020 fand in Neustadt an der Weinstraße das Jahrestreffen der AG 'Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager' statt. Vertreter*innen von elf Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet tagten auf Einladung der örtlichen Gedenkstätte für NS-Opfer in deren Räumlichkeiten. Finanziell unterstützt wurde das Treffen vom Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

In Neustadt wurde am 10. März 1933 ein Konzentrationslager errichtet. In den wenigen Wochen des Bestehens waren dort annähernd 500 Männer aus der ganzen Pfalz inhaftiert.

Neben der Beschäftigung mit dem historischen Ort stand auch die Weiterentwicklung inhaltlicher Projekte auf dem Programm: In Arbeitsgruppen verständigten sich die AG-Mitglieder auf Grundzüge einer für das Jahr 2023 geplanten Wanderausstellung über die Geschichte der frühen Konzentrationslager. Darüber hinaus bereiteten sie Themenmodule für die pädagogische Arbeit vor.

Ein Rundgang führte die Teilnehmer*innen zu weiteren Orten der Demokratie- und Diktaturgeschichte in Neustadt, darunter auch in die Arrestzellen der ehemaligen Gestapo-Zentrale. Dort möchte die Gedenkstätte für NS-Opfer in Kooperation mit der Stadt Neustadt und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz einen Lernort einrichten. Eingebettet in ein Gesamtkonzept der städtischen Erinnerungsorte soll der geplante Lernort künftig dazu beitragen, die überregionale Bedeutung Neustadts in der Zeit des Nationalsozialismus herauszustellen.

Die anwesenden AG-Mitglieder zeigten sich einig darüber, dass bundes- und landesweite Unterstützung eine unabdingbare Grundlage für die wertvolle historisch-politische Bildungsarbeit der Gedenkstätten darstellt. Einhellig sprachen sie sich dafür aus, die Förderstrukturen auch auf die Bedarfe kleinerer Einrichtungen hin auszurichten und dadurch die Vielfalt der dezentralen Gedenkstättenlandschaft in Deutschland zu stärken.

 

AG 'Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager':

Die AG „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ wurde im März 2019 in Berlin gegründet. Ziel der 14 Mitgliedseinrichtungen ist neben einem bundesländerüber­greifenden Wissenstransfer die gegenseitige Unterstützung bei wissenschaftlichen Forschungsvorhaben sowie ein Austausch über die historisch-politische Bildungsarbeit.

Die Mitglieder der AG:

Baden-Württemberg: Projekt Lernort Kislau (Karlsruhe), Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (Ulm)

Bayern: KZ-Gedenkstätte Dachau

Berlin: Stiftung Topographie des Terrors, Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße

Brandenburg: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Oranienburg)

Hessen: Gedenkstätte Breitenau (Guxhagen)

Niedersachsen: Gedenkstätte Esterwegen, KZ-Gedenkstätte Moringen

Rheinland-Pfalz: Gedenkstätte KZ Osthofen, Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt a. d. W.

Sachsen: Geschichtswerkstatt Sachsenburg (Frankenberg/Sachsen)

Sachsen-Anhalt: Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin

Schleswig-Holstein: Gedenkstätte Ahrensbök

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