Kranz­nieder­legung an der Marum-Stele

Zum Abschluss der Klausurtagung der SPD-Landtagsfraktion in Rauenberg legten der Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch und der Landtagsabgeordnete Daniel Born am 11. Januar 2018 einen Kranz an der Gedenkstele für Ludwig Marum nieder. Der ehemalige Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion war 1934 im Konzentrationslager Kislau ermordet worden. 1984 von privater Seite errichtet, ist die Stele bislang der einzige nach außen sichtbare Hinweis auf die Funktionen, die der Kislauer Schlossanlage in der NS-Zeit zukamen.

Mit der Kranzniederlegung setzten die Abgeordneten einen erinnerungspolitischen Schlussakkord ihrer Klausurtagung, bei der als ein zentrales Thema auch der „Umgang mit Rechtspopulismus in Politik, Kirche und Gesellschaft“ diskutiert wurde. In Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen, der JVA-Außenstelle sowie des Bürgermeisters von Bad Schönborn und zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger erinnerte Stoch an die durch das NS-Regime Verfolgten. Marum mache deutlich, dass das Eintreten für eine solidarische und gerechte Demokratie in Freiheit unverzichtbar sei.

Im Anschluss konnte Projektleiterin Dr. Andrea Hoffend die Arbeit des Lernorts Zivilcourage & Widerstand e. V. und die Pläne für den Lernort Kislau vorstellen, der auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers errichtet werden soll. Mit einem interaktiven Geschichtsparcours soll dieser an der Nahtstelle der Metropolregion Rhein-Neckar sowie der Technologieregion Karlsruhe ein neuartiges außerschulisches Angebot schaffen. Jugendlichen und auch allen weiteren Besucherinnen und Besuchern könne an einem solchen Lernort die Chance geboten werden, einen „aufrechten Gang“ zu erwerben und sich frühzeitig den Bedrohungen für die Demokratie in den Weg zu stellen.

Zurück