Oktober 2019

30 Jahre Friedliche Revolution in der DDR

Parteitag des 'Demokratischen Aufbruchs' im Dezember 1989 [Bundesstiftung Aufarbeitung, Bildbestand Klaus Mehner]

 

Vor 30 Jahren fiel die Mauer, das DDR-Regime war am Ende – zu Fall gebracht nicht zuletzt durch unzählige mutige Regime-Gegner. Was ist von seinem Erbe geblieben, und wie ist es heute um die deutsche Einheit bestellt? Diese und viele andere Fragen möchten wir am Mittwoch, dem 9. Oktober 2019 um 19.00 Uhr im Generallandesarchiv Karlsruhe mit einem der profundesten Kenner der Materie erörtern:

Pfarrer Rainer Eppelmann war in den 1980er Jahren für die Stasi der ‚Staatsfeind Nr. 1‘. Als Teilnehmer des Runden Tischs und letzter Verteidigungs- bzw. Abrüstungsminister der DDR zählte er zu den Schlüsselfiguren der Wendezeit. In seiner Funktion als Vorsitzender zweier Enquete-Kommissionen sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur kam und kommt dem CDU-Politiker auch nach 1990 eine Schlüsselrolle zu – nun mit Blick auf die Frage, wie mit dem Erbe des Regimes umgegangen werden soll.

Im Rahmen seines öffentlichen Vortrags wird Pfarrer Eppelmann Bilanz über ‚30 Jahre Friedliche Revolution in der DDR‘ ziehen. Auch namens der Landeszentrale für politische Bildung und des Landesarchivs Baden-Württemberg laden wir Sie herzlich dazu ein, am 9. Oktober mit ihm und uns gemeinsam zu diskutieren, ob die Demokratie tatsächlich so unaufhaltsam ist, wie die Menschen 1989 glaubten.

Das vollständige Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Ort: Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 3, 76133 Karlsruhe | Uhrzeit: 19.00 Uhr

Ein Ort der Willkür und Entrechtung

Im Frühjahr 1933 errichteten die neuen nationalsozialistischen Machthaber im ehemaligen Bischofsschloss Kislau südlich von Heidelberg ein Konzentrationslager. Seit dem Frühjahr 1934 war Kislau das einzige Lager seiner Art in ganz Baden. Seit 1936 als 'Bewahrungslager' firmierend, wurde es erst 1939 wieder aufgelöst. Während der sechs Jahre seines Bestehens wurden insgesamt mehr als 1.500 Männer im KZ Kislau widerrechtlich festgehalten: zunächst vor allem politische Gegner wie der ehemalige badische Staatspräsident Adam Remmele, später auch angebliche 'Asoziale' und 'Rassenschänder', Zeugen Jehovas, ein Plankstadter Pfarrer und andere angebliche 'Volksschädlinge'.

Der ehemalige Landesminister Ludwig Marum wurde in Kislau ermordet, mehr als hundert Männer wurden von Kislau nach Dachau, Buchenwald oder in andere Lager 'verschubt'. Dutzende von ihnen fanden dort den Tod.

Dr. Andrea Hoffend und Luisa Lehnen aus dem Projekt-Team haben die bislang wenig bekannte Geschichte von Kislau in der NS-Zeit grundständig recherchiert und sind dabei, diese für eine rund 200 Seiten umfassende Buchpublikation aufzubereiten. Über die Geschichte des Konzentrationslagers und die Schicksale der dort inhaftierten 'Schutzhäftlinge' hinaus beleuchten sie in ihrem Vortrag auch die anderen Funktionen, die der Schlossanlage unter dem NS-Regime zugedacht waren.

Hier gibt es das vollständige Programm der Vortragsreihe des Kreisarchivs Rhein-Neckar zum Download.

Ort: Domhof Ladenburg, Hauptstraße 7, 68526 Ladenburg | Uhrzeit: 19.30 Uhr