Wettbewerb: Siegerentwürfe stehen fest

Gemeinsam mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel präsentierten Vertreterinnen unseres Vereins am 6. Juli im Karlsruher Landratsamt die drei Siegerentwürfe des Architekturwettbewerbs für den Lernort Kislau. Die beiden ersten Plätze des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs gingen an zwei Karlsruher Architekturbüros.

In seinem Doppelhaushalt 2015/16 hat das Land Baden-Württemberg unserem Verein Lernort Zivilcourage und Widerstand e. V. (LZW) Mittel für ein Anschubprojekt zur Errichtung eines außerschulischen Lernorts auf dem Areal des ehemaligen badischen Konzentrationslagers Kislau bei Bad Schönborn bereitgestellt. Anhand des Widerstands gegen den Nationalsozialismus sowie dessen Verbündete im Land Baden während der Weimarer Republik und unter der NS-Diktatur soll an diesem Lernort herausgearbeitet werden, was ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen ausmacht, was es gefährdet oder zerstört und was daraus folgen kann. "Das Konzept, nicht nur Geschichte zu beleuchten, sondern demokratische Werte zu vermitteln finde ich sehr gut“, betonte Landrat Dr. Schnaudigel. „Dieser Lernort wäre ein Gewinn für den Landkreis, deshalb habe ich mich als Fachpreisrichter in der Jury engagiert und begleite das Projekt gerne weiter." 

Im badischen Teil Baden-Württembergs gibt es bisher keine Einrichtung, die eine integrierte Schau auf die Landesgeschichte der Jahre 1918 bis 1945 bietet. „Das möchten wir ändern“, so unsere Vorsitzende Selina Fucker. „Vor allem Schulklassen und anderen Gruppen junger Menschen möchten wir einen attraktiven Anlaufpunkt bieten, an dem dieses Kapitel der Regionalhistorie zeitgemäß aufbereitet wird.“

Heute der Justizvollzugsanstalt Bruchsal als Außenstelle dienend, steht das historische Kislauer Gebäudeensemble für eine Nutzung als Lernort nicht zur Verfügung. Deshalb haben wir im Frühjahr 2016 einen Architekturwettbewerb für einen Neubau auf dem angrenzenden Areal ausgelobt. Am Dienstag, dem 5. Juli fand die Sitzung des Preisgerichts statt. 

Neben Landrat Dr. Schnaudigel und unserer Vorsitzenden Selina Fucker gehörten der sechsköpfigen Jury der Bad Schönborner Bürgermeister Klaus Detlev Huge sowie – als Fachpreisrichterinnen – Bärbel Hoffmann (Fellbach), Prof. Dr. Annette Rudolph-Cleff (Darmstadt) und Dr. Fred Gresens (Offenburg) als Vorsitzender an; Uwe Bellm (Heidelberg) und LZW-Projektleiterin Dr. Andrea Hoffend (Karlsruhe) fungierten als Stellvertreter. Aus 13 eingereichten Entwürfen wählte die Jury in geheimem Verfahren den Entwurf von Rossmann + Partner Architekten aus Karlsruhe auf den ersten Platz. „Wir freuen uns, dass wir Sie in Ihrer Arbeit unterstützen dürfen, denn Sie engagieren sich für ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema“, betonte Götz Biller, einer der Partner des erstplatzierten Büros. Den zweiten Platz errang der Entwurf von Gassmann Architekten aus Durlach, der dritte Platz ging an Thoma Lay Buchler Architekten aus Stuttgart. Im Foyer des Landratsamts Karlsruhe können die Siegerentwürfe nun mehrere Wochen lang besichtigt werden.

Bild: Michael Huber und Götz Biller vom Sieger-Büro Rossmann + Partner mit dem Juryvorsitzenden Dr. Fred Gresens, der LZW-Vorsitzenden Selina Fucker sowie Projektleiterin Dr. Andrea Hoffend (v. l. n. r.)

Michael Huber und Götz Biller vom Sieger-Büro Rossmann + Partner mit dem Juryvorsitzenden Dr. Fred Gresens, der LZW-Vorsitzenden Selina Fucker sowie Projektleiterin Dr. Andrea Hoffend (v. l. n. r.) - Foto: Silke Döffert

Zurück