Nachlass Kunigunde Fischer geht an LZW

Die Karlsruherin Kunigunde Fischer (1882-1967) war eine der wenigen Frauen, die in der Zeit der Weimarer Republik auf der politischen Bühne Badens eine Rolle spielten. Als einzige Sozialdemokratin gehörte sie dem Badischen Landtag von der Einführung des Frauenwahlrechts 1918/19 bis zur „Gleichschaltung“ des Gremiums durch die Nazis im Jahr 1933 durchgängig an. Ihren Einsatz für die Schaffung und den Erhalt der Demokratie sowie für die Gleichberechtigung der Frau bezahlte sie nach der „Machtergreifung“ mit einer mehrwöchigen „Schutzhaft“.

Im November 2015 haben Kunigunde Fischers Nachkommen unserem Verein deren Nachlass anvertraut. Über ihre landes- und kommunalpolitischen Aktivitäten hinaus gibt das rund drei laufende Meter umfassende Schriftgut auch Einblick in ihr unermüdliches ehrenamtliches Wirken zugunsten der Schwachen und Benachteiligten – beginnend mit den von der Arbeiterbewegung bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Selbsthilfe organisierten Kinderschutzkommissionen über die Gründung und den Aufbau der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in den frühen 1920er Jahren bis hin zu ihrem sozialpolitischen Engagement im Karlsruher Stadtparlament nach 1945. Auch die Verleihung des Bundesverdienstordens im Jahr 1957, die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Karlsruhe an Fischer im Jahr 1965 und die Benennung des ersten Karlsruher Altenheims nach ihr sind in den uns übergebenen Unterlagen breit dokumentiert. Eine detaillierte und sachgerechte Verzeichnung des Nachlasses planen wir für das Jahr 2017.

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